Geschwister-Scholl-Schule Tübingen

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Deutsch in der GMS

P x B = D   -   Soll das zeitgemäßer Deutschunterricht sein?

Die von Edward E. Evans-Pritchard formulierte „Formel"  (P x B =D) zum besseren Verständnis der Lyrik besagt, dass die Perfektion [hier: P], mit der Bedeutsamkeit [hier: B] eines lyrischen Werkes multipliziert, dessen wahre dichterische Größe [hier: D] zum Vorschein bringt. Er schreibt hierzu: „Um Lyrik vollständig zu verstehen, müssen wir zunächst Versform, Reim und Ausdrucksweise vollkommen beherrschen.  Dazu stellen sich zwei Fragen: Wie kunstvoll wurde die Zielsetzung des Gedichts erfüllt und zweitens: Wie wichtig ist diese Zielsetzung?

Frage eins bewertet die Perfektion des Gedichtes, Frage zwei seine Bedeutung. Wenn wir beide Fragen beantwortet haben, lässt ich die dichterische Größe eines Gedichts relativ einfach ersehen.    In dem Maße wie Ihre Fähigkeit zur Bewertung von Gedichten wächst, werden auch Freude und Verständnis an der Lyrik wachsen."

Wir müssen unsere Perspektive ändern!

Generationen von SchülerInnen haben den Deutschunterricht oft als ein Fach erlebt, das fast vergleichbar nach oben beschriebenen Maßstäben (hier beispielhaft Lyrik) funktionierte:

... Grammatikregeln, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Textsorten, Schreiben von Sachtexten, Inhaltsangaben und Textanalysen ... alles nach vorgegebenen Regeln abgearbeitet - abgehakt.

Moderner Deutschunterricht hat mehr zu bieten!

Auf welche Art und Weise Freude und Verständnis bei gleichzeitiger Leistungsorientierung bei Schülern geweckt werden können, ist seit jeher Bestandteil fachdidaktischer Debatten. Auch der Deutschunterricht ist einer ständigen Entwicklung unterworfen. Gleich bleibt aber die Tatsache, dass besonders das Fach Deutsch die Aufgabe hat, den jungen Menschen in seiner Ganzheitlichkeit wahrzunehmen und neben allen im Bildungsplan geforderten Teilkompetenzen und Inhalten den Individuationsprozess mit dessen ästhetischen Elementen zu begleiten. Das bedeutet: SchülerInnen die Schönheit der Sprache nahe zu bringen und sie zu eigenen kreativen Schreibprozessen zu ermutigen. Neben der Literatur, beschäftigen sich die SchülerInnen auch mit der Verwendung der Sprache im Alltag (Briefe schreiben, Bewerbungsschreiben, Sachtexte, Gebrauchsanleitungen, e-Mails ...).

Das Spektrum der Methodik reicht dabei von individuell begleitetem Lernen (Lernpakete, individueller Rückmeldung mit Übungseinheite, u.a.) hin zu handlungs- und produktionsorientiertem Arbeiten (kreatives Schreiben, szenisches Spiel, u.a.) das der Heterogenität einer jeden Lerngruppe gerecht zu werden versucht.

Zudem haben interessierte SchülerInnen die Möglichkeit ihr Sprachpotential in verschiedenen Projekten weiter zu entwickeln:

  • Raus mit der Sprache (Dichterwettbewerb)
  • Vorlesewettbewerb
  • Rezensionen-Projekt für lese- und schreibbegabte SchülerInnen (in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei/Zweigstelle WHO)
  • Schollywood (Filmwettbewerb)
  • Jugend Debattiert