Geschwister-Scholl-Schule Tübingen

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UNESCO/SOR

UNESCO-Projekttag 2012: Über den Tellerrand schauen

Ein Bericht über das Schülerprojekt zum Thema "Wir essen Plastik"

I. EINLEITUNG von Elena D. / 8i

„Früher war die Erde einmal ohne Plastik. Doch dann kam der große Auftritt des belgischen Chemikers Leo Hendrik von Baekeland. In den Jahren 1905 bis 1907 entwickelte er Bakelite, das erste vollsynthetische Produkt aus Erdöl. Seither schlägt der Fortschritt ein Rad um das andere. Nach der Steinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit haben wir jetzt die Plastikzeit. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters." (Werner Boote in PLASTIC PLANET)

Was ist Plastik?

Im ersten Moment denkt man an Stifte, Zahnbürsten, die Computertastaturen am Arbeitsplatz oder an das Plastikbesteck beim Grillausflug. Eben ganz normale Dinge aus unserem Leben. Plastik begleitet uns im Schultag, bei der Arbeit und in der Freizeit: es ist ein unverzichtbares Produkt. Aber was ist Plastik eigentlich? Wie wird es hergestellt? Wie wirkt Plastik auf unseren Körper? Essen wir Plastik? Welche Plastiksorten gibt es? Wie  beeinflusst es das Leben von Pflanzen und Tieren? Diese Fragen und viele mehr stellten sich die Schüler/innen der Klassen 5.2 und 8i am UNESCO Projekttag 2012. Zuvor hatten sie den Film „PLASTIC PLANET" angesehen um grundlegende Dinge über dieses Material in Erfahrung zu bringen. Nun wurden Fragen erarbeitet, Tabellen erstellt und Interviewtermine organisiert. Am Projekttag ging in die Stadt um über Plastiksorten in Verpackungen und Bioplastik zu recherchieren, um ein Interview mit dem Umweltzentrum Tübingen und mit dem Arzt Dr. Rupp zu führen oder um Passanten zu entlocken wie groß ihr Wissen über Plastik ist. Könntest du dir ein Leben ohne Plastik vorstellen?

II. WAS IST PLASTIK?

Umgangssprachlich werden Kunststoffe aller Art als Plastik bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet  ursprünglich „die geformte oder formende Kunst". Als Kunststoff wird ein Festkörper bezeichnet, der synthetisch oder halbsynthetisch (das heißt aus  Naturprodukten) erzeugt wurde. Chemisch gesehen sind Kunststoffe organische Stoffe. Alle Kunststoffe enthalten das Element Kohlenstoff. Weitere Bestandteile sind unter anderem die Elemente Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff sowie Schwefel. Hinzu kommen diverse Additive wie Weichmacher, Stabilisatoren, Farbmittel, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, Flammschutzmittel oder Antistatikmittel, die im Verarbeitungsprozess beigemischt werden, um die Eigenschaft des Materials an den jeweiligen Verwendungszweck anzupassen.  (Quelle)

III. EINE SUPERMARKTRECHERCHE IN TÜBINGEN von Chris K. und Markus B., 5.2

Es gibt verschiedene Plastikarten: PE, PP, PS, PET, PVC, PU und PETE. Einige von ihnen sind nachweislich giftig, wie zum Beispiel das Plastik Polycarbonat (PC) aus dem viele Babyflaschen und oft Mikrowellen-Geschirr gemacht wird. Es kann Krebs und Herzinfakte verursachen und ist fortpflanzungsschädigend. Auch die Herstellung von Polystyrol (PS) ist problematisch, weil Benzol entsteht, das auch krebserregend ist. PE wird in großen Mengen seit 1957 eingesetzt. Es ist sehr langlebig und daher nicht natürlich abbaubar.

PET: Die weltweite Produktion liegt bei 40 Millionen Tonnen im Jahr.

Bereits 2002 hat die Stiftung Warentest festgestellt, dass PET-Flaschen Chemikalien in die abgefüllten Getränke abgeben. Wir haben im DM und im Edeka Plastikverpackungen untersucht und hier sind unsere Ergebnisse:

PE: 11 Produkte: Klopapier, DOVE-Schampoo, Sektgläser, Actimel

PP: 29 Produkte: Monte Joghurt, Kaffeesahne, Taschentücher, Edding, Tictac, Luftballons

PS: 6 Produkte: Sauerrahm, Clementinen, Müller-Milchreis, Fruchtzwerge, Allgäuer Joghurt

PET: 9 Produkte: Mineralwasser, Katzenfutter, Waldhonig, Waschmittel.

Wir finden es doof, dass manche Sachen keine Angaben haben.

Von Lara 8i:

Wir waren im REWE, Edeka, Netto und DM. Wir haben herausgefunden, dass bei Lebensmittel am meisten der Kunststoff PP verwendet wird. Auch PET wird hier oft gebraucht, besonders für Getränkeflaschen. Uns ist aufgefallen, dass fast alle Dinge im Supermarkt in Plastik verpackt sind. Bei 240 untersuchten Verpackungen sind auf 120, also 50%, keine Angaben, welches Plastik verwendet wurde. Bei diesen Produkten weiß man also nichts über die Inhaltsstoffe der Verpackung.

Von Selina und Mara 5.2

Wir haben festgestellt, dass die meisten Lebensmittel keine Angaben auf den Verpackungen haben, welche Kunststoffsorte verwendet wurde: Von 125 Lebensmitteln, die wir untersucht haben, waren auf 61 keine Angaben. Bei 3 Produkten wurde PE für die Verpackung benutzt, bei 29 PP, bei 8 Produkten wurde PET verwendet, bei 11 der Kunststoff PC und bei 13 Produkten PS. Die Kunststoffarten PVC und PETE haben wir nicht entdeckt.

IV. BIOPLASTIK, WAS IST DAS? Von Arthur, Moritz, Linus uns János, 8i

Unsere Gruppe hat sich mit Bio-Plastik beschäftigt. Bioplastik ist im Prinzip praktisch, wie herkömmliches Plastik. Der einzige Unterschied ist jedoch, dass der Rohstoff Erdöl durch Stärke von Getreide, Mais oder soja ersetzt wird.

Herkömmliches Plastik wird also aus der Ressource Erdöl gewonnen. Schon kurz nach dessen Erfindung experimentierten die Chemiker mit nachwachsenden Rohstoffen, z.B. Henry Ford schon 1941, als er ein Auto herstellte, dessen Karosserie komplett aus Kunststoff auf Sojabasis  bestand. Dieses Auto wog ein Drittel weniger, als normale Autos dieser Zeit. Die Idee des Bio-Plastiks wurde vor einigen Jahren wieder aufgegriffen. Da die Produktion sehr aufwendig und relativ teuer ist, ist Bio-Plastik meistens nur in Form von Tragetaschen verbreitet. Außerdem ist es relativ hitzempfindlich und zersetzt sich unter Umwelteinflüssen. Das ist allerdings auch eine gute Eigenschaft, denn Bio-Plastik kann auf den Kompost und in der Natur biologisch abgebaut werden, während Plastik auf Erdölbasis hunderte Jahre in der Umwelt bleibt.

Allerdings hat Bio-Plastik auch einige Nachteile. Manche Herstellen werben damit, dass es nicht mit landwirtschaftlichen Anbauflächen konkurriert. Das klingt gut, bedeutet jedoch, dass Urwälder oder andere Wälder abgeholzt werden. Im Großen und Ganzen ist Bioplastik nicht die beste Lösung, aber ein guter Anfang.

Gibt es Bio-Plastik in Tübinger Geschäften?

Im Nonnenhaus wurden wir in zwei Läden fündig: im DM fanden wir Bio-Plastik-Müllbeutel (aus Maisstärke) und im Edeka kann man Einkaufstüten aus Bio-Plastik (aus Zuckerrohr) kaufen. Anschließend waren wir noch in einigen Apotheken, im Marktladen und im Müller-Markt, jedoch ohne Erfolg.

V. WAS WISSEN TÜBINGER ÜBER PLASTIK? Interviews in Tübingen - Einige Erfahrungsberichte

von Adrian und Luis 5.2

Gerade einmal 7 Leute konnten wir interviewen. Viele lehnten es ab, weil sie nicht konnten. Gefragt haben wir Leute im Nonnenhaus und auf dem Holzmarkt.

Unsere Fragen waren: Wissen Sie, was Plastik ist? Oder: Wussten Sie, dass Sie Plastik essen? Wissen Sie, wie Plastik produziert wird? Oder:  Haben Sie viele Dinge aus Plastik daheim?

Vier von sieben Leuten wussten, dass Plastik in unserem Essen ist. Ebenfalls vier Menschen meinten, dass sie nicht viele Dinge aus Plastik daheim hätten. Den meisten Befragten war klar, wie Plastik hergestellt wird. Alle waren der Meinung, dass ihre Kleidung eher aus Baumwolle als aus Plastik ist.

Von Elektra 8i, Niki, Karim, Alen 5.2

Eigentlich wusste niemand genau, was Plastik eigentlich ist und wie es hergestellt wird. Nur wenige wussten, wie viel Plastik sich schon auf der Erde befindet. Trotzdem versuchten alle Befragten, besonders die, die Kinder hatten, Plastik so gut wie möglich zu meiden.

Als sie von uns erfuhren, wie Plastik auf unseren Körper wirkt, waren sie sehr geschockt. Alle würden gerne mal versuchen, ohne Plastik zu leben, können es sich aber eher schwierig vorstellen. Niemand der Befragten wusste, wie viel von ihren Utensilien aus Plastik bestehen. Zwei Leute sagten aber auch, dass ihnen das Thema ziemlich egal sei, weil sie dann sowieso nicht mehr lebten. Die anderen wollten eine gute Welt für unsere nächste Generation hinterlassen.

Unsere Meinung: Wir fanden das blöd, dass die meisten keinen Plan hatten, was Plastik ist.

von Steffi, Jessi, Lily 5.2

In Interviews befragten wir die Leute in Tübingen, was sie über Plastik wissen. Niemand der Befragten wusste, dass man die Welt 6 mal in Plastik einhüllen kann. Bei anderen Fragen mussten sie sehr lange überlegen, weil sie so schwierig waren zu beantworten. Manchmal kam es vor, dass wir selbst die Wirkung von Plastik erklären mussten. Zum Schluss wussten sie genau so viel wie wir über das Thema.

Von Anja 8i, Lena, Julia und Leandra 5.2

Tübinger haben keine Ahnung von Plastik

Unser erster Interviewpartner wusste nichts, gar nichts über Plastik. Die darauf folgenden Leute wussten mehr, aber niemand konnte alle Fragen beantworten. Manche sind sogar einfach weiter gelaufen und wollten uns kein Interview geben. Vielen Leuten war das Thema egal.

Bei der Frage 'was ist Plastik', wussten nur manche die richtige Antwort. Als es dann um die verschiedenen Kunststoffarten ging, wussten nur 5 von 25 Personen einige davon. Viele Leute hatten keine Ahnung, dass wir Plastik essen und in welchen Lebensmittel Chemikalien aus Plastik drin sind. Bei der Frage, was mit unserem Plastik-Müll passiert, hatten alle eine Antwort. Als wir die Frage stellten, welche Dinge sie daheim hätten,  meinten die meisten Tübinger, dass fast alles bei ihnen daheim aus Plastik sei und nur wenige sagten, dass sie Plastik mieden. Es war komisch, dass die meisten Leute keine Ahnung von Plastik hatten und es ihnen auch egal war.

Von Fanny W. 8I

Wir haben unsere Interviews im Nonnenhaus geführt. Viele wussten gar nicht, welche Inhaltsstoffe Plastik hat und dass es überhaupt schädlich ist. 7 von 13 Personen haben sehr viel Plastik zu Hause. Einige wenige versuchen jedoch, es so gut es geht zu vermeiden. Manchmal waren wir erstaunt, dass Leute Plastik nicht gut finden, aber alles in Plastik kaufen.

VI. FAZIT

Von Anne W. 8i:

Meine Erkenntnis aus diesem Projekt ist, dass Plastik schädlich für die Gesundheit ist. Plastik ist überall: um Lebensmittel, wir sitzen darauf, wir schreiben damit, wir trinken daraus und wir essen es.

Von Mara und Selina 5.2

Es ist sehr gefährlich wenn man nicht weiß, was aus für Plastik man isst oder trinkt. Da viele der Inhaltsstoffe Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, werden wir darauf achten, weniger Plastik zu benutzen.

Von Elena D. 8I

Nachdem wir uns mit diesem Thema beschäftigt haben, bin ich um einiges schlauer. Zuvor war Plastik einfach ein Material, das einfach zu meinem Leben gehörte, das nicht weiter aufgefallen ist. Nach dem Film 'Plastic Planet' war ich erst einmal erstaunt, dass es über Plastik so viele interessante Fakten gibt, die so gut wie niemand wusste. Zudem habe ich erfahren, dass Plastik schädlich für uns Menschen ist. Nun schaue ich aus einem anderen Blickwinkel auf dieses Material. Zwar ist klar, wir können nicht auf Plastik verzichten, dafür ist es zu praktisch, aber vielleicht denke ich beim nächsten Einkauf darüber nach, ob ich eine Plastik- oder doch lieber eine Glasflasche nehme.

Von B. Blumenthal

- Mit der bisher produzierten Menge an Plastik können wir die Erde sechs Mal in Plastikfolie einpacken.

- Die Hersteller von Plastik geben keine Auskunft über die genauen Zusammensetzung ihres Produkts.

- Einige Inhaltsstoffe des Plastiks wirken wie Hormone auf Tiere und Menschen.

Diese und noch viel mehr Informationen haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich möchte allen empfehlen, sich den Film von Werner Boote anzusehen. Einige Familien haben nach diesem Projekt des UNESCO-Tags damit begonnen, ihr Plastik zu Hause anzuschauen und auszusortieren. Wir haben es ähnlich gemacht. Solange es keine gute Alternative gibt heißt es für mich: Plastik vermeiden, wo es geht.

Weitere interessante Informationen gibt es hier.