Geschwister-Scholl-Schule Tübingen

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Verein der Freunde

Die Zeitzeugenreihe

Als Mitte der 80iger Jahre aus der Gesamtschule die Geschwister-Scholl-Schule wurde, sah es der Verein als seine Aufgabe an, an die Zivilcourage der Geschwister Scholl und ihrer Freunde der "Weißen Rose" zu erinnern. So veranstaltet er immer wieder Begegnungen mit Zeitzeugen.

Im Juni 2001 nahm der Vereinsvorstand auf Einladung des Elternbeirats an der Fahrt nach München zu der Gedenkstätte der "Weißen Rose Stiftung" teil. Unvergessen ist die Begegnung mit Franz Müller, dem jüngsten Mitglied der "Weißen Rose", dessen lebendige Schilderungen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Bei diesem Zusammentreffen sagte Herr Müller dem Verein zu, anlässlich des Holocaustgedenktages am 28. Januar 2002 zu einem Zeitzeugengespräch in die Geschwister-Scholl-Schule zu kommen.

Durch Kontakt mit der Geschichtswerkstatt Tübingen konnten wir im Jahre 2000 die zwei Zeitzeugen Arnold Marque, Sohn des letzten Kantors an der Tübinger Synagoge, und Prof. Dr. R.S. Koppel, Enkel des Tübinger Rechtsanwalts und Gemeinderatsmitglieds Dr. Simon Hayums, für Gespräche in der Geschwister-Scholl-Schule gewinnen.

Im Jahr 2001 wollten wir in dieser Reihe mit einem weiteren Abend einen neuen Akzent setzen. Leider werden eines Tages keine Zeugen aus der Zeit der Geschwister Scholl mehr anzutreffen sein. Daher beschäftigt uns die Frage, wie wir diese Reihe im Geiste der Geschwister Scholl fortsetzen können. So sind wir zu dem Entschluss gekommen, Persönlichkeiten einzuladen, die die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik mit geprägt haben oder heute Zivilcourage zeigen, für Menschenrechte einstehen und gegen Unrecht und Missstände aufstehen.

Den Anfang machte eine Abendveranstaltung mit Jörg Fischer, einem jungen Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene um die DVU. Eingeladen von der Fachschaft Deutsch zur schulinternen Gestaltung des Holocaust-Gedenktages 2001, schilderte er vor Schülern, Eltern , Kollegen und interessierten Bürgern eindrücklich die antidemokratische Arbeitsweise und die Verfilzungen in der rechtsradikalen und neonazistischen Szene in der Bundesrepublik.

Außerdem hat der Verein zusammen mit dem Elternbeirat die erstmalige Verleihung des Lilly-Zapf-Preises am Holocaust-Gedenktag 2002 im Rathaus mitgestaltet. Auf Initiative von Tübinger Bürgern und unter Mitwirkung des Jugendgemeinderates hat er den Preis an Jugendliche verliehen, die sich besonders durch Engagement und Zivilcourage ausgezeichnet haben.