Geschwister-Scholl-Schule Tübingen

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Wirtschaft

Dollarschein

Angenommen, Bill Gates findet einen 1.000 $-Schein auf dem Bürgersteig: Wäre es für ihn seine Zeit wert, anzuhalten und ihn aufzuheben? Warum ist die Heizkostenrechnung beim Umlageverfahren höher als nach der Verbrauchsberechnung? Wer profitiert von "freiwilligen" Exportbeschränkungen? Warum ermöglichen fast alle Länder eine kostenlose Ausbildung? Das ist nur eine sehr kleine, zufällige Auswahl an Fragen, die unter anderem auch eine ökonomische Betrachtung verdienen.

In der bildungspolitischen Öffentlichkeit wird ökonomisches Wissen inzwischen als Bestandteil der Allgemeinbildung aufgefasst. Die Vermittlung ökonomischer Grundregeln, Prozesse und Strukturen zählt damit zu den Aufgaben der Schule. Ökonomische Bildung am allgemein bildenden Gymnasium heißt, Kindern und Jugendlichen Kompetenzen zu vermitteln, sich mit den ökonomischen Bedingungen ihrer Existenz und deren sozialen, politischen, rechtlichen, technischen und ethischen Dimensionen auseinander zu setzen.

Die Stärkung der ökonomischen Bildung an den allgemein bildenden Schulen ist erklärtes Ziel baden-württembergischer Schulpolitik. Im Bereich der allgemein bildenden Schulen ist inzwischen ein Reihe von Maßnahmen und Programmen auf den Weg gebracht worden. Ein Schwerpunkt der Reformen ist unter anderen die Möglichkeit zur Wahl eines vierstündigen Neigungsfaches Wirtschaft in der Oberstufe auf bisherigem Leistungskursniveau.

Der Schulversuch

An 30 ausgesuchten Gymnasien besteht für Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg ab dem Schuljahr 2003/2004 erstmals die Möglichkeit, dieses vierstündige Neigungsfach Wirtschaft zu wählen. Die Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen gehört zu diesem Kreis. Die Wahl dieses Neigungsfaches erfordert die Belegung eines Grundkurses Gemeinschaftskunde (im Halbjahr 12.1) und eines Grundkurses Erdkunde (im Halbjahr 13.1) - das bedeutet, dass bei der Wahl des Neigungsfaches Wirtschaft der Grundkurs Gemeinschaftskunde 13.2 und der Grundkurs Erdkunde 12.2 entfallen. Damit kann Wirtschaft gleichberechtigt mit den anderen Fächern aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich gewählt und in die Abiturprüfung einbezogen werden. Die ersten Abiturprüfungen im Neigungsfach Wirtschaft werden im Jahr 2005 stattfinden.

Die Kursinhalte

Das Neigungsfach Wirtschaft sieht die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland als Bezugsrahmen vor und bestimmt die Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland als zentrale Inhaltsfelder. Nähere Informationen finden sie auf dem WWW-Server des Landesinstituts für Erziehung und Unterricht (PDF-Datei).

Im Unterricht werden diese vier Inhaltsfelder in drei Schulhalbjahren etwa gleich stark gewichtet werden. Eine besondere Bedeutung kommt dem durch die Abiturprüfung verkürzten vierten Schulhalbjahr 13.2 zu; es soll projektorientiert gestaltet werden. Dabei können Schülerinnen und Schüler Ihre in drei Halbjahren erworbenen Kompetenzen anwenden und vertiefen. Mögliche Projektthemen können beispielsweise sein: Transformationsprozesse in Osteuropa, die wirtschaftliche und politische Integration Europas, das Wirtschaftsprofil der Region Tübingen und ökonomische Dimensionen des Alltags. Sie können als angehende Abiturientinnen und Abiturienten in diesen Projekten auf einem angemessenen Niveau eigene Interessen hinsichtlich ihrer zukünftigen Studieninhalte einbringen. Daneben finden sich für alle Halbjahre Vorschläge für projektorientiertes Lernen. Beim "Unternehmenssektor" bieten sich beispielsweise Schülerfirmen an.

Ein Gesichtspunkt bei der Auswahl der GSS für diesen Schulversuch als ein Tübinger Gymnasium war die Überlegung des Oberschulamtes, dass Schülerinnen und Schüler der anderen Tübinger Gymnasien die Möglichkeit haben sollten, als Kooperationsschüler ebenfalls schon in diesem Jahr den Kurs bei uns besuchen zu können. Da der Schulversuch sich über mehrere Jahre erstrecken wird, ist nicht mit einer flächigen Einführung in naher Zukunft zu rechnen.